Gründe für Psychotherapie
Die Auslöser für Psychotherapie sind vielfältig. Manche Menschen kämpfen mit einer aktuellen Situation oder Veränderung in ihrem Leben. Es gibt auch viele Menschen, die wiederholte Phasen kennen, in denen es ihnen nicht gut ging, aber es war schwer, sich Hilfe zu suchen oder zu erlauben. Wiederum andere wissen um ihre belastenden biographischen Ereignisse und möchten in einer stabilen Lebensphase gezielt vergangene Themen aufarbeiten.
Grundsätzlich gilt bei mir: Jeder Mensch, der Hilfe sucht, ist willkommen.
Darüber hinaus habe ich mich auf die folgenden Gebiete fokussiert. Vielleicht finden Sie sich darin wieder.
Spezialgebiete
Depressionen, Ängste und anhaltende Traurigkeit
Fühlen Sie sich häufig müde und deprimiert? Vielleicht haben Sie wenig Hoffnung und seit längerem die Freude an Aktivitäten und Hobbys verloren? Es kann sich auch anfühlen wie eine Last, die einen niederdrückt, eine Traurigkeit, die immer wieder durchbricht, sodass Sie weinen müssen. Aber es kann auch sein, dass Sie schon lange nicht mehr weinen können, obwohl Sie gerne möchten. Viele schildern auch Veränderungen im Appetit und Essverhalten, können sich nicht mehr so gut konzentrieren, es fällt schwer gut oder überhaupt zu schlafen und vor der Zukunft fürchtet man sich ohnehin. Bei manchen wechseln sich Stimmungstiefen ab mit Zeiten erhöhter Freude und Aktivität, die leider immer wieder einbricht. Es kann sein, dass Sie erst seit wenigen Wochen diese Gefühle verspüren oder dass es schon immer solche Phasen in Ihrem Leben gab und Sie versucht haben, damit allein zurecht zu kommen. Häufig gelingt es dabei noch, sich um andere zu kümmern, obwohl ein sozialer Rückzug sich einzuschleichen droht oder bereits eingesetzt hat und es schwerer fällt, seine Kontakte zu pflegen.
Diese Form des Leidens betrifft vor allem die affektiven Störungen wie depressive Episoden, rezidivierende depressive Episoden, Dysthymie, Zyklothymie, Double Depression, spezifische Angststörungen, generalisierte Angststörung, Anpassungsstörungen, akute Belastungsreaktionen auf schwierige Lebensumstände, Burnout
Stressfolgestörungen und Trauma
Fühlen Sie sich häufig überlastet oder zurückversetzt in schwierige Situationen? Manchmal können uns lange zurückliegende Ereignisse heute noch zu schaffen machen. Aber auch Ereignisse und Umstände, die vielleicht gerade erst passiert sind oder wir stecken sogar noch mitten drin, können zu Belastungsreaktionen führen. Häufig macht sich das psychisch aber auch körperlich bemerkbar, z.B. durch eine innere Unruhe und Getriebensein, Alpträume, inneres Abdriften, Leere oder Nebel im Kopf, ständige Alarmbereitschaft, Überforderung und auch ein Gefühl der Hilflosigkeit, der Situation ausgeliefert zu sein. Gründe hierfür können einzelne, individuelle Erfahrungen sein, es kann aber auch ein gesellschaftliches Ereignis oder viele kleine Situationen sein, die Ihnen für sich genommen nichts ausmachen würden und erst durch die vielen Wiederholungen zur Belastung werden.
Stressbedingte Störungen wie akute Belastungsreaktion, Anpassungsstörung, Burnout, chronische Erschöpfung, posttraumatische Belastungsstörung PTBS, komplexe PTBS, dissoziative Störungen und Depersonalisationsstörung, psychodynamisch gehört hierzu eine geringe „Selbst-Kohärenz“ oder eine fragmentierte Selbststruktur
Grübeln, Zwang und der Wunsch nach Kontrolle
Gehören Sie zu den Menschen, die gedanklich immer und immer wieder Kreise drehen? Fällt es Ihnen schwer, sich zu entspannen und den Dingen ihren Lauf zu lassen? Häufig kommt es auch zu einer dauerhaften inneren Anspannung, für die wir schwer einen Namen finden können. Auch können Sorgen und Befürchtungen auftreten, die dazu führen, dass uns der Mut fehlt oder wir uns Sorgen um unseren Körper machen bzw. der Körper bereits reagiert. Häufig können wir dann nicht im Moment sein, den gegenwärtigen Augenblick nicht genießen und fühlen möglicherweise wenig. Stattdessen planen wir schon voraus, was als nächstes passiert. Für viele fühlt sich der Alltag dann an wie ein Funktionieren, routiniert, für die Liebsten wird sich verbogen oder man fühlt sich verpflichtet. Irgendwie ist es wichtig, sich sicher zu fühlen und die Dinge im Griff zu behalten, auch wenn man sich selbst dabei manchmal wenig vital fühlt.
Diese Form des Leidens findet sich u.a. bei Menschen mit Angststörungen, Phobien, Hypochondrie, somatoforme Störungen, zwanghafte Persönlichkeit, Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Zwangsneurose, Dysthymie, falsches Selbst, Grübeln, GAS, Affektisolation
Probleme mit Bindung und zwischenmenschlichen Beziehungen
Haben Sie mit dysfunktionalen Beziehungsmustern zu kämpfen? Vielleicht erleben Sie wiederholt ähnliche Konflikte mit anderen Menschen? Bei anderen äußert es sich darin, überhaupt Menschen an sich heran zu lassen oder Kontakte zu pflegen. Wieder andere erleben Abbrüche von Beziehungen oder werden unvermittelt verlassen. Einsamkeit oder ständige Fluchtgedanken können uns dann beherrschen. Bindung ist so ein zentrales zwischenmenschliches Thema, von dem in der frühen Kindheit unser Leben abhängt. Insbesondere die frühe Kindheit prägt unsere Bindungs- und Beziehungsfähigkeit bis ins Erwachsenenalter hinein. Psychotherapie kann helfen, mit eigenen Themen funktionaler umzugehen und nachzureifen, so dass sichere Bindungen und gesunde Beziehungen als Erwachsene doch möglich werden. Und es lohnt sich, denn gute Beziehungen, auch therapeutische Beziehungen, verinnerlichen wir im Idealfall und sie tragen uns durchs Leben.
Hierunter fallen insbesondere die Persönlichkeitsakzentuierungen und leichte bis mittelschwere Persönlichkeitsstörungen sowie Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung. Psychodynamisch fasse ich hierunter strukturelle Störungen, Frühstörungen, Trauma der Beziehungslosigkeit, Pathologien auf dem Borderline-Strukturniveau. Aus der Sicht der Bindungstheorie geht es hier um Themen wie unsichere Bindungsstile, Verlustängste und Bindungsängste, Nähe-Distanz-Themen, schizoider und autistoider Rückzug, Themen können sein Verlassenheit, präverbale Katastrophen, Vernachlässigung und „tote“ Introjekte von Primärpersonen (Andre Green’s Konzept der „toten Mutter“).
Hochsensibilität, Wahrnehmung und Diversität
Eine erhöhte sensorische Sensitivität oder so genannte Hochsensibilität (sensory processing sensitivity) ist keine psychische Störung, sondern eine Form der intensiven Reizverarbeitung und Empfindung, die bei allen Menschen verschieden ausgeprägt ist. Trotzdem können wir uns dadurch überfrachtet und sonderbar fühlen. Ich bin geschult im Umgang mit Hochsensibilität nach dem Konzept der amerikanischen Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron (hsperson.com). Ihre Website enthält viele wertvolle Informationen und Ressourcen für Menschen, die sich als HSP identifizieren. Psychotherapie kann hier kein quick fix sein, viel mehr bin ich geschult darin, ein hohes Maß an Empathie, Emotionen und Wahrnehmungsfähigkeit meiner Patientinnen mit Hilfe des Konzepts einzuordnen und verstehbar zu machen. Genauso umsichtig bin ich mit anderen Formen der Diversität meiner PatientInnen.
Dies betrifft vor allem Menschen, die sich mit Konzepten wie Hochsensibilität, Sensory Processing Sensitivity, Rainforest Mind, Multipotentiality, und Twice Exceptionality identifizieren können. Ebenso Menschen, die in anderer Weise am Randbereich der Norm befinden, z.B. durch hohe kognitive Fähigkeiten oder intensive Wahrnehmung, geringe Reizfilterung. Begleitend auftretende Störungen können vor allem affektive Störungen wie depressive Erkrankungen oder auch Zyklothymie und Hypomanie sein. Es können auch Schuldgefühle und Entfremdung entstehen. Psychotherapie kann helfen, einen gesünderen und vitaleren Umgang mit der eigenen Individualität zu finden.
Immunsystem und Psychische Gesundheit
Auch die körperlichen Abwehrkräfte können unsere Psyche beeinflussen bzw. vice versa. Chronische Stressbelastung sowie ein ungesunder Lebensstil fördern chronische Entzündungen und schwächen unsere Abwehr, physisch und psychisch. Dies kann sich in Infektanfälligkeit äußern, aber auch eine Begleiterscheinung von Autoimmunerkrankungen, wie Rheumatoide Arthritis, Hashimoto, Morbus Crohn, Endometriose oder Neurodermitis sein. Wiederkehrende, leichte chronische Entzündungen (silent inflammation) sind ein dauerhafter Stress für unseren Körper. Sie können psychische Symptome auslösen, die Depressionen und Ängsten stark ähneln und die durch eine Anpassung des Lebensstils verändert werden können. Ich leite nicht zu einem Lebensstil an, aber ich kenne mich aufgrund meiner Forschungserfahrung mit dem Zusammenspiel von Immunsystem und der Psyche aus und kann das als begrenztes Fachwissen gern in die Therapie einfließen lassen. Bitte konsultieren Sie immer Ihre Ärztin / Ihren Arzt.
Affektive Störungen bei gleichzeitig geschwächtem Immunsystem und Infektanfälligkeit; depressive Symptome begleitend zu Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Hashimoto, Morbus Crohn, Endometriose oder Neurodermitis; chronische geringgradige Entzündungsprozesse (silent inflammation) durch versteckte Entzündungsherde im Körper, sonstige psychosomatische Beschwerden. Für die Behandlung von Entzündungen suchen Sie bitte eine Ärztin oder einen Arzt auf.
